Südtoskana, Umbrien, Latium 2023

Die Südtoskana - unbekannte Schönheiten

4. - 14. Mai 2023

Egal wie es mit den ADFC Radreisen weitergeht, ich fahre im nächsten Frühjahr mit einer privaten Radgruppe nach Italien in die Südtoskana. Geplanter Zeitraum Donnerstag 4. Mai bis Sonntag 14. Mai 2023.
   

Die wichtigsten Rahmendaten:

  • private Reise im Freundeskreis, kein Veranstalter, keinerlei Zahlung an mich
  • jeder bezahlt sein Hotelzimmer etc. selbst, der Bus wird auf alle umgelegt
  • Anreise im Nachtbus mit Fahrradanhänger, zurück Tagfahrt
  • Radfahren mit dem eigenen Fahrrad
  • Übernachtung in Hotels, 2x Halbpension inclusive sonst gehen wir auswärts essen
  • Abendessen in landestypischen Trattorien mit hervorragender italienischer Küche
  • Gepäcktranksport von Unterkunft zu Unterkunft ist privat organisiert
  • anstrengende Radtour mit 8 Fahrtagen, 50 - 80 km und 300 - 1.000 Hm pro Tag
  • Gruppengröße 20 Leute
  • mit Gerhard Veits, Sabine Häußler, Gerhard Czaja (alles bisherige ADFC-Reiseleiter)
Wie ist der Stand der Dinge (August 2022)?
Ich habe sämtliche Hotels angefragt und von überall eine Bestätigung bekommen, dass wir herzlich willkommen sind. Die Hotels haben mir eine Option bis ins kommende Frühjahr gegeben. D.h. 20 Betten sind für uns reserviert. Vom Busunternehmen Weiss&Nesch erhalten wir ein Angebot über den Transport. Wenn alle Kosten geklärt sind, werden sie transparent veröffentlicht.
  
Interessentenliste und weiterer Ablauf
Wer sich für eine Teilnahme interessiert, kann sich hier ganz unverbindlich in eine Liste eintragen und email-Adresse mitteilen. Man erhält dann Informationen über den Sachstand. Anfang 2023 wird jede/r Interessent aufgefordert, sich verbindlich anzumelden. Wir teilen die Kosten mit und geben an, welche Stornobedingungen und -fristen wir für die einzelnen Hotels haben vereinbaren können. Nur wer sich dann verbindlich anmeldet, kommt mit.
Wir haben jetzt bereits viele Interessenten und werden einen Warteliste führen. Jeder wird persönlich kontaktiert.

 

Was erwartet uns?

Pisa, Florenz, Siena - davon hat jeder gehört. Aber Cortona, Pitigliano und Orbetello?
Die Südtoskana liegt abseits der Touristenströme, ist dünn besiedelt und fürs Radfahren gut geeignet. Wenig Verkehr, kurvige oft panoramaartig geführte Sträßchen. Weite Landschaft, viel unverbauter Natur. Von den weiten Hügeln der Maremma zu den Tuffschluchten bei Pitigliano, vom vulkanischen Massiv des Monte Amiata zur kargen Erosionslandschaft der Crete wechseln täglich die Eindrücke. Dazu zwei sehenswerte Seen und zum Schluß das Meer.

 

Die Toskana ist anstrengend, es geht oft bergauf bergab. Diese Tour ist nicht auf Geschwindigkeit oder Kilometerrekorde ausgelegt. Wir haben den ganzen Tag Zeit. Aber sie ist auch nichts für Ungeübte, jede Etappe ist unerbittlich mit Höhenmetern verbunden. Man muss sich auf 50 - 80 km und 300 bis 1.000 Hm/Tag einstellen. Es gibt keine Radwege, aber ein umfangreiches, gering befahrenes Straßen- und Wegenetz. Wir fahren viele landschaftlich schöne Strecken. An 2 Tagen biete ich eine verkürzte Tour bzw. einen Relaxtag an. Zudem haben wir einen Gepäcktransport von Hotel zu Hotel, der vieles erleichtert.

 

Wir übernachten in Hotels vorwiegend in lebendigen Kleinstädten. Wir sehen alte Etruskerstädte wie Cortona, schön gelegene Örtchen wie Castiglione del Lago am Lago Trasimeno oder Bolsena. Besonders eindrucksvoll sind die Tuffsteinorte Pitigliano, Sorano und Sovana. Aber auch die größeren Städte wie Arezzo und Orvieto haben ihre Reize. Die Tour endet am Meer in der von zwei Lagunen begrenzten Kleinstadt Orbetello vor der Kulisse des Monte Argentario.

 

Wir passen uns der italienischen Lebensweise an. Es gibt kein gescheites Frühstück. Dafür gehen wir am Vormittag nochmals einen Cappuccino trinken. Mittags kaufen wir auf dem Markt ein und machen Picknick. Das Abendessen ist dagegen jeden Tag etwas Besonderes. Ich führe nicht nur durch das Land sondern auch durch die italienische Küche. Man geht in Italien allerdings nicht um 18 Uhr in die Trattoria. Die öffnet frühestens um 19 Uhr, vorher sitzt dort die Wirtsfamilie beim Essen. Also nehmen wir zunächst einen Apperetivo und essen danach zusammen mit den Einheimischen um 20 Uhr.

 

Das Radfahren steht im Mittelpunkt. Aber wir haben auch Zeit für Sightseeing, wo es sich lohnt. Wir baden in den heißen Quellen von Saturnia und machen einen Abstecher zur toten Stadt von Bagnoreggio. Zudem haben wir einen Pausentag in Bolsena mit herrlichen Bademöglichkeiten.

 


Donnerstag Anreise mit dem Bus

Details, Abfahrtsorte und -zeiten erfolgen in einigen Wochen.


Freitag: Reggello - Castelfranco - Loro Ciuffenna - Arezzo (56 km, 450 Hm)

 

 Wir kommen am Vormittag an und lassen uns vom Bus die erste Steigung abnehmen. Der Streckenabschnitt Castelfranco - Loro Ciuffenna verdient das Prädikat Traumstrecke: ruhig, aussichtsreich und kurvig an den Hängen des Pratomagnogebirges entlang. Das kleine Loro Ciuffenna besticht mit seiner traumhaften Lage an einem Gebirgsbach und hat sich farblich herausgeputzt. Wir bleiben auf einen Teller Pasta und nehmen danach den Hauptteil der Strecke nach Arezzo in Angriff. Weiterhin tolle Blicke bis hinüber zu den Monti del Chianti und viel Blütenpracht. Gefühlt macht man kaum einen Höhenmeter, so flowig ist das kurvige Sträßchen. Bei Ponte Buriano quert man den Arno, danach lebendige Einfahrt nach Arezzo, das uns städtebaulich überraschen wird.

 

Rast: Loro Ciuffenna

 

Sight-Seeing: Falls Zeit Loro Ciuffenna, abends Arezzo

 

Unterkunft Arezzo Centro, Hotel Continentale

 

Abendessen: Bucca di San Francesco

 

Strecke/gpx: bikemap

 

Loro Ciuffena
Loro Ciuffena
Arezzo, Piazza grande
Arezzo, Piazza grande


Samstag: Arezzo - Cortona - Castiglione del Lago (70 km, 580 Hm)

 

Die verkehrsreiche Stadtausfahrt verlangt für einige Kilometer Aufmerksamkeit. Ab Olmo dann das glatte Gegenteil: flach und ruhig geht es auf Nebenstraßen durch das landwirtschaftlich geprägte Chianatal. Wir fahren durch Olivenhaine anstrengend aber lohnenswert hoch ins etruskische Cortona. Cortona ist vom Stadtbild her eines der schönsten etruskischen Städtchen, dazu sensationell gelegen. Schöne Blicke schon auf den Lago di Trasimeno. Nach der Mittagspause und Stadtbesichtigung lange Abfahrt und flach weiter an den Lago. Dort kurzer Stopp und 50 m hoch ins hübsche Castiglione, das in schöner Position über dem See liegt.

 

Rast: Cortona

 

Sight-Seeing: Cortona, abends dann das kleine aber feine Castiglione über dem See

 

Unterkunft in Castiglione, Hotel Duca della Corgna

 

Abendessen: im Hotel

 

Strecke/gpx: bikemap

 

hübsches Castiglione
hübsches Castiglione
grünes Chianatal
grünes Chianatal


Sonntag: Castiglione - Citta della Pieve - Orvieto (73 km, 1.050 Hm)

 

Die erste längere und richtig schwere Etappe steht an. Zunächst radeln wir auf Nebenstraßen leicht wellig vom See weg. Schöne Blicke über das Tal auf große Namen wie Montepulciano und Pienza. Nach 20 km dann erklimmen wir etwas mühsam Citta della Pieve und erreichen eine Panoramastraße am Hang, die uns immer wieder Höhenmeter abverlangt. Dafür passieren wir ein Örtchen schöner als das andere: Das aus Ziegelsteinen erbaute Citta della Pieve, das aussichtsreich gelegene Monteleone und das verträumte Ficulle. Dazwischen nur blühende und duftende Natur. Immer wieder weite Blicke über die Ebene auf den erloschenen Vulkan M. Amiata. Wenig Verkehr. Zum Schluss erwartet uns das auf einem großen Fels thronende Orvieto mit einem sagenhaften Dom und einem sehr bekannten Weißwein. Und das schönste ist: Es gibt einen Aufzug, mit dem wir samt Rädern in die Altstadt auffahren können.

 

Rast: Citta della Pieve

 

Sight-Seeing: Citta della Pieve, abends Altstadt von Orvieto (Duomo!)

 

Unterkunft in: Orvieto mitten in der Altstadt: Hotel Aquila bianca

 

Abendessen: Trattoria Al Corsica

 

Strecke/gpx: bikemap

Hügelland um Castiglione
Hügelland um Castiglione
bei Orvieto
bei Orvieto


Montag: Orvieto - Bolsena (50 km, 770 Hm)

 

Der Lago di Bolsena ist ein ehemaliger Kratersee. Und ein solcher hat einen Kraterrand, den es zu überwinden gilt. Wir wählen die langgezogene und gemächlich ansteigende Auffahrt, die verkehrsarm durch Felder und Wiesen führt und immer wieder schöne Blicke auf Orvieto bietet. Erstes Ziel ist die verlassene Stadt Civita di Bagnoregio, ein optisches Highlight, auf die wir einen kurzen Blick erhaschen. Von dort kann wer möchte direkt an den See abfahren und den Nachmittag im beschaulichen Bolsena am See verbummeln. Ich biete jedoch einen lohnenswerten Schlenker nach Montefiascone an, das über dem See geradezu thront. Dort Mittagspause, weite Blicke vom Belvedere aus. Von dort lassen wir die Räder 10 Kilometer lang durch Olivenhaine und Obstbäume hinunter zum Seeufer laufen. Der nachmittags obligatorische Südwind besorgt den Rest und bläst uns die letzten Kilometer nach Bolsena hinein.

 

Rast: Picknick auf dem Belvedere von Montefiascone

 

Sight-Seeing: Bagnoreggio

 

Unterkunft Bolsena, mitten im Ort Hotel Platani

 

Abendessen: zur Abwechslung meterweise Pizza, zuvor das beste Eis der Tour

 

Strecke/gpx: bikemap

Bagnoregio
Bagnoregio
Montefiascone über dem Lago di Bolsena
Montefiascone über dem Lago di Bolsena


Dienstag: Badetag am Lago di Bolsena

Mittwoch: Bolsena - Gradoli - Sorano - Pitigliano (55 km, 600 Hm)

 

Wir verlassen den See und machen uns auf ins pittoreske Tuffsteingebiet um Pitigliano. Der ehemalige Vulkan M. Amiata hat dieses Gebiet meterdick mit weichem Tuffstein bedeckt. Darin graben sich auch kleine Bäche zu tiefen Schluchten ein. Die Orte liegen dagegen malerisch auf Felsen weit oberhalb der Schlucht und scheinen mit dem Untergrund verwachsen zu sein. Die Häuser stehen dicht zusammengedrängt bis zum Felsrand, dazwischen passen nur enge Gässchen.

Zunächst will jedoch der Kraterrand wieder überwunden werden. Dann fahren wir in leichtem Auf und Ab zwischen Schafherden und blühenden Mohn- und Luzernefeldern aussichtsreich auf Sorano zu. Schöne Blicke auf die abwechslungsreiche Landschaft und zum M. Amiata. Dann 100 m runter in die Schlucht und dasselbe wieder hoch in den Ort. Sorano liegt atemberaubend und scheint fast abzustürzen. Hier machen wir Mittag. Nach der Besichtigung geht es weiter. Geht es noch besser? Ja, Pitigliano liegt noch spektakulärer und hat von allen das malerischste Ortsbild. Also nochmals runter und wieder hoch... die Mühe lohnt sich.

 

Rast: Picknick auf dem Land in einem kleinen Weiler

 

Unterkunft: etwas außerhalb von Pitigliano im traumhaft gelegenen Hotel Valle Orientina. Das Hotel verfügt über eine 37 Grad warme eigene Thermalquelle in einem ehemaligen jüdischen Bad. Also machen wir nach der Tour etwas "Benessere" - genau das Richtige für die geschundenen Glieder.

 

Abendessen: im Hotelrestaurant

 

Strecke/gpx: bikemap

Landschaft am Monte Amiata
Landschaft am Monte Amiata
Sorano
Sorano


Donnerstag: Pitigliano - Sovana - Saturnia - Manciano (55 km, 980 Hm)

 

Auf wenig befahrenen Straßen geht es in stetem Auf und Ab durch die stille, schöne Tuff-Landschaft. Die vielfältigen Spuren der Etrusker begleiten uns auf der ganzen Strecke. Nach der ersten Anhöhe erreichen wir das putzige Dörfchen Sovana, danach fahren wir an prächtigen Etruskergräbern vorbei (und werfen vielleicht einen kurzen Blick hinein) und nach einigen Höhenmetern erreichen wir die warmen Quellen von Saturnia, die bei jedem Wetter ein Bad wert sind. Ein kleiner Wasserfall hat hier sinterartige Becken mit warmem Wasser geschaffen, in den man kostenfrei baden kann.

2 lange, aber nie zu steile Anstiege sind zu bewältigen, so dass sich über den Tag fast 1.000 Hm aufsummieren. Am Ende erreichen wir das Städtchen Manciano, das im Gegensatz zu den vorherigen unspektakulär ist. Aber es hat ein nettes Eigenleben und eine der besten Trattorien, die ich in der Toskana kenne. Und da gehen wir dann nach der Tour hin!

 

Rast: Picknick auf dem Kirchplatz in San Martino

 

Sight-Seeing: etruskische Gräber bei Savona, Baden in den heißen Quellen von Saturnia

 

Unterkunft in: Manciano, Hotel Rossi

 

Abendessen: Trattoria Da Paolino, beste Wildschwein-Gerichte der Region

 

Strecke/gpx: bikemap

Heiße Quellen in Saturnia
Heiße Quellen in Saturnia
Pitigliano
Pitigliano


Freitag: Manciano - Capalbio - Orbetello (70 km, 400 Hm)

 

Heute führt uns die Tour durch die Maremma ans Meer und das wird nochmals ein landschaftlicher Höhepunkt. Von Manciano aus lassen wir die Räder lange bergab rollen und gelangen auf ruhiger Strecke nach Capalbio. Dort Stopp Weiter geht es flach und wunderschön ans Meer. Der landschaftliche Höhepunkt ist der Brackwassersee Lago di Burano mit seinem Naturschutzzentrum. Auch hier schauen wir kurz vorbei. Am Ende führt uns der einzige Radweg der ganzen Tour in das von zwei Lagunen begrenzten Städtchen Orbetello, das vor der imposanten Kulisse des Monte Argentario liegt.

 

Rast: am Giardino dei Tarocchi in Capalbio

 

Unterkunft in: Orbetello, Park Hotel Residence

 

Abendessen: bei den Fischern von Orbetello

 

Strecke/gpx: bikemap

Monte Argentario aus der Ferne
Monte Argentario aus der Ferne
Orbetello
Orbetello


Samstag: Monte Argentario  (50 km, 800 Hm)

 

Optionen: Strandtag oder Rundtour um den Monte Argentario

 

Wer noch nicht genug hat und sportlich drauf ist, fährt mit mir die Runde um den M. Argentario. Die anderen machen einen wohlverdienten Strandtag. Lange, schöne Sandstrände locken oder gehen auf den Wochenmarkt. Wir dagegen fahren immer dem Meer nach gegen den Uhrzeigersinn um die ganze Halbinsel herum, bis Porto S. Stefano auf der verlärmten Hauptstraße, danach einsam auf Nebenwegen, die immer mal wieder steile Rampen und geschotterte Teile aufweisen. Spektakuläre Meerblicke auf der ganzen Strecke machen diese anstrengende Runde zu einem herrlichen Naturerlebnis. Danach reicht es :)

 

Rast: Picknick unterwegs

 

Unterkunft wie Tags zuvor

 

Abendessen: Il Ruggantino - zur Abwechslung mal wahrhaft römische Küche

 

Strecke/gpx: bikemap

am Strand bei Orbetello
am Strand bei Orbetello
traumhafte Inselumrundung möglich
traumhafte Inselumrundung möglich


Sonntag: Heimfahrt, frühmorgens geht es mit dem Bus zurück


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Kommentare: 1
  • #1

    Volker Schmelz (Mittwoch, 17 August 2022 11:29)

    Lieber Dr. Gerhard Veits,
    Du wirst mich natürlich nicht kennen, aber mit Sabine Häußler war ich z.B. dieses Jahr auf Radreise in Istrien. Ja, und auch mit Klaus Hägele habe ich an der Via Claudia-Tour teilgenommen usw. usf. Ich werde mich natürlich den "Protesten" gegen die Einstellung des Radreise -Programms anschließen. Gesetzt den Fall, dass jedoch der ADFC Ba-Wü keine Reise mehr organiseren wird, bestünde dann die Möglichkeit bei Dir mitzufahren??? Ich war bereits vor über 10 Jahren einmal in der Toskana, aber eben nur in den großen Orten. Deine Tour hört sich mehr als verlockend an, und Dein italienischer Radreise-Erfahrungsschatz müsste Dir ja schon die Ehrenbürgerwürde Italiens einbringen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Volker Schmelz